Avanafil ermöglicht Männern mit ED ungeplanten Sex

Abstract

— Die Prävalenz der erektilen Dysfunktion (ED) nimmt mit dem Alter exponentiell zu. Daran erinnerte Prof. Hartmut Porst aus Hamburg. Zwei Drittel der Männer mit Lower Urinary Tract Syndrome (LUTS) oder benigner Prostatahypertrophie (BPH) haben gleichzeitig eine ED, so der Urologe. Einige Erkrankungen erhöhten das ED-Risiko. Beispielsweise sei bei Männern mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen das ED-Risiko mehr als verdoppelt, bei Diabetikern sogar 3,6-fach erhöht. Porst warnte, dass eine ED das erste Signal für eine endotheliale Dysfunktion sein könne. Das gelte auch für jüngere Patienten unter 40 Jahren. Sei dann noch die Familienanamnese positiv, müsse sich der Arzt um diese Hochrisiko-Patienten kümmern. Blutdruckmessung und LDL-Bestimmung seien die ersten Schritte. Medikamente können sich ebenfalls negativ auf die erektile Funktion auswirken. Porst nannte hier Thiazid-Diuretika und Betablocker mit Ausnahme von Nebivolol. ACE-Hemmer und Kalzium-Antagonisten zeigten keinen E–ekt auf die Erektion, während Sartane sogar positiv wirkten. Zur medikamentösen Therapie sind bei ED PDE-5-Hemmer Mittel der Wahl. Alle verfügbaren Substanzen seien geeignet. Porst riet, durchaus verschiedene PDE-5-Hemmer anzubieten, um zu sehen, welches dem jeweiligen Patienten am besten hilft. Da in Deutschland über die Hälfte der Männer Sex nicht planen wolle, sei ein PDE-5-Hemmer mit schnellem Wirkeintritt vorteilhaft. Von den verfügbaren Substanzen habe Avana l (Spedra®) mit etwa zehn Minuten (200 mg Dosierung) den schnellsten Wirkeintritt und erlaube ein weitgehend planungsfreies und spontanes Sexualleben. Mit einer Nebenwirkungsrate von unter 5 % zeige Avanal die mit Abstand beste Verträglichkeit, so Porst. Das mache die Substanz auch zu einer Option bei Patienten, die mit anderen PDE5-Hemmern schlechte Erfahrungen gemacht hätten. Ein relativ neues Verfahren für die ED-Therapie ist die niedrig energetische Stoßwellentherapie (J Sex Med. 2013; 10(3): 738–46). Das Verfahren werde sechsbis achtmal für je 30 Minuten angewandt. Die Therapie führt zu einer Neo-Vaskularisierung und einer Verbesserung des Endothels, wie Porst erläuterte. Das Verfahren eignet sich für Patienten ohne Reaktion auf einen PDE-5-Hemmer oder es kann mit der Pharmakotherapie kombiniert werden. Dr. Michael Hubert

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